|
Schwingendes Leben, Bewegung, Veränderung
und das Absolute als „unbewegter Beweger“ sind
untrennbar EINS.
Ersteres ist offen-sichtlich und eine unvermeidbare Gnade,
sobald da ein Körper-Ich auftaucht.
Das Absolute Eine - obwohl Grundlage des Lebens - ist nicht
so offensichtlich, und bleibt verborgen – da unser Wahrnehmungszentrum
in der Regel das Ich ist.
Mit dem Körper-Ich als Wahrnehmungs- und Erlebniszentrum,
verirren wir uns im Leben, in der Fülle des Aussenbezugs
und seinem Angebot an Ersatzleben…
Sobald wir uns erinnern, was unsere wahre Natur ist, wir vielleicht
in eine essenzielle Erfahrung dieser Natur fallen und sich
schlagartig die Kraft der Wahrheit und Macht des Absoluten
zeigt, wird deutlich:
Wirklich zu leben, heisst, beide Seiten der
Medallie zu kennen, zu lieben und zu leben, also als beides
zu SEIN: lebendige Bewegung, Geistmaterie und leere,
reine, nicht definierte Un-bedingtheit des Absoluten.
Hat das Ich diesen Honig der Erinnerung - den Nektar des Göttlichen
Urgrunds geleckt, geschieht Öffnung und die Angleichung
der schöpferischen Bewegung des Bewusstseins, die durch
das Körper-Ich wirkt, an das EINE EINE spontan.
Das bedeutet auf den Ich-Körperebenen
(der Ich-Person, den feinstofflichen Körpern und dem
physischen), mit einem permanenten Prozess der Einheitsfindung
konfrontiert zu sein, bis die öberflächliche Entgegensetzung
von Einheit/Leere und Fülle/Vielheit, Gott – Mensch,
Geist-Materie, sich auflöst durch die permanente Verankerung
des Wahrnehmungsfocus im Absolut-SEIENDEN (sat).
Im Grunde nähert sich alles, was Nicht-Selbst ist, dem
SELBST an – das gilt für karmische Muster, für
Konzepte und sogar für die Eigendynamiken in der Struktur
unserer Körperhüllen.
Die bisherige Bedeutung der Lebensinhalte, der Lebensgeschichte
und die des Alltags verändert ihr Gewicht und das Ich-Bewusstsein
begreift den unbedeutenden, illusionären Charakter der
Formenvielfalt und erkennt die Gnade, „leer“ zu
SEIN, dh., nicht definiert durch Person, Geschichte oder Konzepte.
Unser gesamtes System beginnt, im Göttlichen zu verharren
und dennoch als Leben frei zu schwingen.
Innerhalb dieser Dynamiken der inneren Einheitsfindung tritt
im Ich auch das Nein auf, die Abwehr von
lebendigen SEIN als ungetrennt von allem, was IST.
Bisher Abgespaltenes, auf die Einzigartigkeit des Ichs als
„Macher“ des Lebens Bezogenes will nicht sterben
(eingefrorener Schmerz, Gier, Angst, Lustprinzip, Konkurrenzmechanismen,
Überlebensstrategien, Kontrolle…)…
Das NEIN in uns erscheint als Widerstand, als Unfriede mit
dem, was grade IST – und
- das hilflose Ich erscheint: nicht können
- nicht wollen, Abwehr der schöpferischen Formen unseres
Lebens, so wie sie sich im Moment zeigen.
Im Widerstand sein heisst, nicht wirklich geöffnet zu
sein, für das, was der Moment an Potential bietet.
Im Widerstand sein heisst, auf der Ichebene hilflos zu sein
und allem überdrüssig, im Hader sein mit …
Im Widerstand sein, heisst handlungsblockiert zu sein, selbst
dann, wenn Handlungsimpulse aus dem tiefen Herzen kommen.
Im Widerstand sein heisst, die Kraft der Einheit und die göttliche
Gnade nicht fühlen zu können, die hinter allen Bewegungen
unseres Lebens steht.
Im Widerstand sein heisst, nicht wirklich zu vertrauen, dass
da mehr ist als das, was offen-sichtlich und vom ICH definiert
ist …
Auf der Ichebene erscheinen dann Gefühle wie: Druck,
Ärger, Unlust, Unglücklich-sein, latente Unruhe,
Unklarheit, sich unwert fühlen, Versagensängste,
Ersatzleben, also eine latente Abwehr der Lebenssituation
und des Lebens überhaupt.
(Wir alle kennen solche Situationen:
z.b. Eine Beziehung klären zu wollen und nicht wirklich
können -, sich um ein Arbeitsangebot zu bemühen
und nichts passiert, oder um eine fruchtbarere innere Haltung
kämpfen zu müssen …)
Das “Ja„ des Körper-Ich
zum oft schmerzhaften und auslaugenden Hin und Her der Einheitsfindung
im Inneren ist das Freigeben des Ichwillens und das „JA„
zur universellen Schöpferkraft der Weisheit, die aus
der inneren Mitte kommt.
Sie ist Ausdruck der inneren Einheit als Einheit
von allem, was in diesem Moment IST.
Sie birgt das Un-geborene
- sie birgt die Freude da zu sein, wo ich in diesem Augenblick
bin und die Freude, das zu sein, was „Ich BIN„
- sie setzt das Leuchtende frei in uns …
Schlüssel der Einheitsfindung:
diese Bewegung der Einheitsfindung wird leichter, wenn das
Körper-Ich folgende Haltungen „übt„:
* Barmherzig sein mit dem, was ist – liebevoll auf “mein“
sich lebendes Leben sehen
– egal, ob dieses „meinem Ich“ grad gefällt
oder nicht
* Leben zulassen, den Dingen Raum geben, Un-Vollkommenes erlauben
...
* Abstand halten und Gleichmut üben: keine Identifikation
mit dem, was grade im aussen oder innen Thema ist (Beziehungsklärung,
Arbeitswechsel etc.)
* Auf der Ichebene keine Aktien darin haben, wie etwas werden
soll oder sein sollte (darum kümmert sich das Einheitsprinzip
der inneren Mitte)
* Im Gewahrsein die Kraft des Absoluten freisetzen in den
Lebensformen, die grade aktuell sind: an-erkennen was IST
- im wissenden Blick.
Aus dem inneren Zentrum/dem Zeugen) als Blickwinkel
ist ein Konflikt niemals Konflikt, sondern Wege der Einheit,
sich selbst zu erfahren ...
… und Formen des Widerstands sind nicht “negativ„
oder schwierig, sie sind Teil der Gesetzmässigkeiten,
die zu den Dynamiken von Leben und Sein, von Einheit und Vielheit,
von Ich-Tod und Selbstgewahrsein gehören ...
|