
1. Die Früchte einer Handlung entfalten sich entsprechend
den Gesetzen des Schöpfers (Shiva /isvara). Ist Karma,
Handlung, dann göttlich - absolut - nein, sie ist unbewusst,
un-wesentlich (sanskrit: jada).
2. Die Früchte einer Handlung sind vergänglich
und bewirken den Fall in den Ozean karmischer Handlungsflut,
sie blockieren spirituelle Entfaltung.
3. Handlungen, die jenseits des persönlichen Wünschens
sind und deren Früchte Gott gewidmet sind, reinigen den
Geist (mind) und führen zur Befreiung.
4. Rituelles Beten, das Wiederholen heiliger Namen (mantren)
und Meditation werden mit dem Körper, dem Geist (mind)
und der Stimme ausgeführt und erhellen sich gegenseitig.
5. Gebete, die sich an das Göttliche in seiner acht-fachen
Gestalt richten (Shiva als Wasser, Feuer, Sonne und Mond,
Äther, Erde und Luft, Licht) und so diese Formen der
Schöpfung verstehen, dienen dem, was manifest ist.
6. Stille Meditation im Geist (mind) ist höher einzuschätzen
als die tiefste Form der Hingabe im Gebet oder als die heiligen
Namen zu singen, sei es laut oder leise
7. Ununterbrochene Meditation (als beständige Ausrichtung,
Anm. d. Übers.) - die dem Fliessen des Wassers oder dem
Fliessen des Öls gleicht, ist besser als unterbrochene...
8. Meditation, die auf der Einheit (Identität) von Ich
und Gott beruht (Ich bin "Es") ist reinigender als
Meditationsformen, die auf der Dualität (von Ich und
Gottheit) beruhen
(z.B „Oh. Arunachala, Du...“.).
9. Die vollkommendste Form der Hingabe ist die Verankerung
im wahren Sein - sie entsteht durch die Kraft der Meditation,
die Gedanken - leer ist.
10. Den Geist (mind) in seiner Quelle im Herzen zu verankern,
ist wahre Hingabe (bhakti), Einheit (Yoga) und Wissen.
11.Der Verstand (mind) kann durch Atmung reguliert und beruhigt
werden - dies ist eine Möglichkeit der Verstandeskontrolle.
12.Geist (mind) und Atem (prana), die sich in Gedankenformen
(Bewusstsein) und Handlung ausdrücken, sind nur zwei
Aspekte einer einheitichen Grundkraft (wenn der eine still
wird - wird der andere auch still - und setzt moksha (Befreiung)
frei).
13. Es gibt zwei Möglichkeiten, den Verstand zu beruhigen,
die eine dadurch, dass er still wird (laya), die andere (nasa)
löscht ihn aus - wenn er nur gestillt ist, taucht er
wieder auf.
14. Wenn der Verstand durch Atemkontrolle beruhigt wird,
kann er durch die beständige Ausrichtung auf das Selbst
ausgelöscht werden.
15. Was gibt es für einen Verwirklichten, der den mind
ausgelöscht hat und der in seiner eigenen wahren Natur
verbleibt, noch zu tun?
16. Wenn das Bewusstesein (mind) sich von den (äusseren)
Objekten abwendet und auf seine Quelle, auf das Selbst gerichtet
bleibt, entsteht Selbst-gewahrsein, die wahre Sicht der Wirklichkeit.
17. Fragt man – was ist Geist (mind) – dann wird
deutlich, dass dieser keine Realität an sich hat - dies
ist der direkte Weg.
18. Der mind ist nur eine Ansammlung von Gedanken –
alle diese Gedanken können auf den Ich-Gedanken zurückgeführt
werden - insofern ist der sogenannte mind (Verstand) der Ich-Gedanke.
19. Woher kommt dieser Ich-Gedanke? Wenn man sich fragt,
woher kommt dieses Ich, verschwindet es - dies ist die Methode
der Selbst-erforschung (atma vichara).
20. Wenn dieses Ich in der Quelle verschwindet, entspringt
spontan und ununterbrochen ein Ich - Ich - dies ist das Herz,
in seiner Unendlichkeit als höchstes Wesen, als das Eine.
21. Dieses un-unterbrochene Ich - Ich erweist sich als das
wahre Ich, das Herz, das.Selbst, denn es hat auch dann Bestand,
wenn das Ego-Ich erlischt.
22. Dieses wahre Ich - die EINE Wirklichkeit, ist nicht der
Körper, nicht die Sinne, der Verstand (mind), noch Atem
oder Nicht-Wissen - all diese sind un-wesentlich.
23. Da ist nur Ein Sein, das Wirklichkeit hat, und dieses
Eine SEIN ist in sich selbst Realität und ist in sich
selbst Bewusstsein.
24. Beide, Schöpfer und Geschöpf sind in ihrer
Essenz Eine Wirklichkeit. Ihre offensichtliche Verschiedenheit
geht einzig und allein auf Unterschiede in Form und Bewusstheitsebenen
zurück.
25. Wenn das Geschöpf seine illusionäre individuelle
Form aufgibt und sich selbst als eigenschafts-los erkennt,
so erfährt es den Schöpfer als sein eigenes wahres
SELBST.
26. Das SELBST zu SEIN heisst, das Selbst zu erkennen - denn
da ist nur ein Selbst und nicht zwei. Dieses, das SELBST zu
SEIN und zu erkennen, heisst, in der Wirklichkeit zu wohnen.
27.Dieses Wissen in jenseits dessen, was wir als Wissen oder
Nicht-Wissen ansehen - denn was müsste im Zustand des
Ununterschiedenseins noch erkannt werden.
28. Wenn das eigene wahre SELBST erkannt ist, gibt es weder
Tod noch Geburt, sondern ewiges SEIN, Bewusstsein und Glückseligkeit
(bliss).
29. Derjenige, der im höchsten Zustand der Glückseligkeit
verweilt - jenseits aller begrenzenden Gedankenformen - jenseits
des Friedens, ist in wirklicher Hingabe an Gott.
30. Wenn das individuelle Ich verschwunden ist und das wirkliche
Ich-Ich gefunden wurde, dann ist das eine ausgezeichnete Form
der Übung (tapas)
so spricht Ramana
(Übersetzung: Renate Busam - auf der vergleichenden
Grundlage von Sri Maharshi´s way - a translation and
commentary on Upadesa Saram hrsg. von D. M. Sastri -
Sri Ramanasramam 1999 und einem kleinen Büchlein des
Ramana Maharshi center for learning, Bangalore: The Direct
Path - hrsg.von A. R. Natarajan, 2004)
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